Für dieses Risotto haben wir mal unsere nur leicht prätentiösen weißen Teller rausgeholt, um die gigantische Farbe richtig strahlen zu lassen. Aber man könnte auch jeden anderen Teller verwenden, dieses tiefe Rot macht trotzdem auf sich aufmerksam. Aber genug von der Farbe: Unser Rote-Bete-Risotto schmeckt auch richtig gut und ist ziemlich einfach zu machen. Gern wird rote Bete mit Ziegenkäse kombiniert, in unserem Fall aufgrund einer leichten Ziegenkäse-Antipathie lieber einfach etwas italienuntypisch mit Feta. Auch wenn da natürlich auch Ziege drin ist.

Wie dem auch sei! Aus irgendwelchen Gründen liegt auf Risotto das Stigma, arbeitsintensiv und von fragiler Persönlichkeit zu sein. Das können wir so nicht bestätigen. Wenn man weiß, wie’s geht, ist Risotto ein dankbares und leckeres Gericht auch unter der Woche.

Die Zubereitung funktioniert ziemlich ähnlich zu unserem Kürbis-Risotto mit frittiertem Salbei: Die Hauptkomponente, hier rote Bete, wird in zweierlei Form verwendet – einmal aus dem Backofen zur Garnitur und einmal fein zerkleinert im Risotto selbst. Unten lest ihr mehr.

 

Das braucht ihr dafür (für 2-3 Portionen)

Butter & Olivenöl

2 mittelgroße rote Beten

200g Risotto-Reis
1 Zwiebel
1-2 Zehen frischen Knoblauch
100ml Rotwein*
1l Gemüsebrühe
etwas Parmesan/Grana Padano

Zum Garnieren:
150g Feta
ggf. Zitronenabrieb
nach Belieben ein gereifter, viskoser Balsamico

Zusätzliche Infos findet ihr auch in unserem Beitrag zu den Basics in der Vorratskammer.

* Für dieses Risotto macht sich ein frischer, knackiger Wein gut, um den sonst eher wuchtigen Charakter zu balancieren – zum Beispiel ein Pinot Noir. Aber ein knackiger Weißwein geht auch. Oder wonach euch zum Essen eben ist: Dedizierten „Wein zum Kochen“ gibt es nicht – verwendet lieber einen Schuss eures Essensbegleitungs-Weins.

Und so geht’s:

Euren Backofen auf 180°C Umluft (200°C Ober-/Unterhitze) vorheizen. Parallel die Gemüsebrühe im Topf erhitzen – irgendwo zwischen warm und sprudelnd kochend passt schon. Die rote Bete schälen und den Strunk entfernen. Wir empfehlen lebensmittelechte Handschuhe und vorsichtshalber nicht euer Hochzeitsoutfit für diesen Zubereitungsschritt. Beide in nicht allzu große Stücke schneiden, vgl. Bilder. Eine Hälfte auf ein Backblech geben und in etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer wälzen. Ab damit in den Ofen für ca. 30-40min.

Die anderen Stücke rote Bete in einen Zerkleinerer / Mini-Mixer geben oder von Hand sehr fein hacken. Es muss kein Püree daraus werden, aber feine Stücke sollten es sein. Die Zwiebel fein hacken. In einer Sauteuse oder einem breiten Topf ca. 2 EL Butter und etwas Olivenöl erhitzen. Erst die Zwiebel für ein paar Minuten auf mittlerer Hitze anschwitzen, dann die Rote-Bete-Häcksel dazugeben und für weitere 5-10 Minuten auskochen. Salzen und pfeffern hilft hier, ein wenig Feuchtigkeit zu entziehen.

Den Knoblauch fein hacken und zugeben, für etwa 1-2 Minuten. Nun kommt der Risotto-Reis ins Spiel. Ab in die Pfanne (oder in den Topf) damit und bei weiterhin mittlerer Hitze unter gelegentlichem Rühren mit einem Holzlöffel für ein paar Minuten andünsten. Die Ränder der Reiskörner werden leicht durchsichtig? Bestens. Dann mit einem kräftigen Schuss Rotwein ablöschen und diesen vollständig verdunsten lassen.

Nun beginnt der klassische Risotto-Prozess: kellenweise Gemüsebrühe herüberschöpfen und liebevoll umrühren. Anderer Menschen Experimente deuten darauf hin, dass man auch theoretisch die ganze Menge Brühe direkt zugeben kann. Wir mögen diese Variante lieber, da wir so den gewünschten Garzustand und die Viskosität / Cremigkeit unseres Risotto besser bestimmen können.

Der Garprozess dauert ca. 20 Minuten je nach Reisvarietät. Wichtig ist dabei, dass der gesamte Reis immer leicht von Brühe bedeckt ist und nichts anbrennt.

Wenn der Reis al dente ist und alles eine cremige, nicht zu flüssige Textur erreicht hat, das Kochfeld ausmachen und nochmal abschmecken. Etwas Pfeffer tut bestimmt gut. Außerdem noch 1-2 EL Butter dazugeben und vigoros umrühren. So kommt noch etwas Luft ins Risotto und sorgt für schöne Fluffigkeit. Dann ein paar Minuten, vielleicht drei bis fünf, bedeckelt oder unbedeckelt stehen lassen.

Garniert wird mit gekrümeltem Feta, eurer roten Bete aus dem Ofen, frischem Pfeffer und, auf den Bildern nicht zu sehen, aber lecker: etwas geriebener (Bio-)Zitronenschale. Eigentlich sah unser Konzept auch noch etwas Petersilie (gab’s nicht, also: nur krause, und krause Petersilie ist Teufelswerk) und eine schöne Balsamico-Reduktion für die ultimative Dekorativität vor, aber letztere ist eventuell etwas arg fest geworden und mit der Zitrone hat’s auch gepasst. Also dann: guten Appetit!

 

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